Ein Jahr, das prägt – FSJ-Erfahrungen im Josefshaus Olpe mit INVIA

Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ist für viele junge Menschen eine Zeit der Orientierung. Es bietet Raum, sich auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und persönliche Stärken zu entdecken. Wie prägend ein FSJ sein kann, zeigen die Erfahrungen von Doreen Möx, derzeitige FSJlerin im Josefshaus Olpe, und ihrem Anleiter Philipp Rüsche, der selbst vor wenigen Jahren ein FSJ absolvierte und heute als Fachkraft tätig ist. Begleitet werden beide von der Betreuungsstelle INVIA, die das FSJ fachlich und menschlich eng unterstützt.

Ankommen, mitwirken, wachsen

Nach ihrem Abitur stand für Doreen Möx zunächst keine klare berufliche Entscheidung fest. „Ich hatte noch keine konkrete Vorstellung davon, welchen beruflichen Weg ich einschlagen möchte“, beschreibt sie ihre Ausgangssituation. Das FSJ bot für sie die Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln und den sozialen Arbeitsalltag kennenzulernen.

Bereits die Hospitationen vor Beginn des FSJ halfen ihr, eine bewusste Entscheidung zu treffen. „Diese Zeit hat mir sehr geholfen, einen ersten Einblick zu bekommen und sicherzugehen, dass das Josefshaus und die Arbeit in der Wohngruppe die richtige Entscheidung für mich sind“, berichtet sie.

Heute ist Doreen Möx Teil einer Wohngruppe für Kinder mit Behinderungen im Josefshaus Olpe. Von Beginn an fühlte sie sich willkommen: „Schon zu Beginn wurde ich sehr offen aufgenommen und fühlte mich schnell willkommen.“ Besonders positiv empfindet sie, dass sie von Anfang an aktiv in den Alltag eingebunden wurde. Zu ihren Aufgaben zählen hauswirtschaftliche Tätigkeiten, kleinere Besorgungen sowie vor allem die Begleitung der Kinder im Alltag. „Dabei ist jeder Tag anders, was die Arbeit sehr abwechslungsreich macht.

Verlässliche Begleitung durch INVIA

Ein zentraler Bestandteil des FSJ ist die kontinuierliche Betreuung durch INVIA. Doreen hebt diese Begleitung besonders hervor: „Als FSJler wird man nicht alleine gelassen, sondern kann sich bei Fragen oder Problemen jederzeit an die Betreuungseinrichtung wenden.“ Sowohl bei Themen in der Einsatzstelle als auch bei Seminaren oder persönlichen Anliegen stehe INVIA zuverlässig zur Seite – ein Aspekt, der Sicherheit und Vertrauen schafft.

Auch die regelmäßigen Besuche vor Ort empfindet sie als sehr wertvoll. Bei einem Gespräch mit ihrer INVIA-Betreuerin Frau Bartsch ging es um den persönlichen Entwicklungsstand, die Situation in der Wohngruppe und mögliche Anliegen. „Dieses Gespräch war für mich eine gute Möglichkeit, mir meine eigenen Entwicklungen bewusst zu machen und gleichzeitig ein ehrliches Feedback zu erhalten.

Vom FSJ zur Fachkraft – der Weg von Philipp Rüsche

Wie nachhaltig ein FSJ wirken kann, zeigt der Werdegang von Philipp Rüsche. Er absolvierte sein FSJ von 2020 bis 2021 im Josefshaus Olpe – ohne vorherige Berührungspunkte mit der Arbeit mit Menschen mit Behinderung. „Zu Beginn war das Berufsfeld völlig fremd und neu für mich“, erinnert er sich. Doch schnell merkte er, dass ihm diese Tätigkeit liegt. „Nach einem halben Jahr wusste ich, dass ich diesen Beruf erlernen möchte.

Das FSJ wurde für ihn zur Grundlage seiner beruflichen Entwicklung. Er gewann an Selbstbewusstsein, übernahm zunehmend Verantwortung und lernte, mit Herausforderungen umzugehen. Auch persönliche Rückschläge gehörten dazu – und wurden durch das unterstützende Team aufgefangen. „Jede berechtigte Kritik habe ich genutzt, um zu wachsen und an mir zu arbeiten. Diese Erfahrungen helfen mir bis heute.

Heute ist Philipp Rüsche ausgebildete Fachkraft und übernimmt selbst Verantwortung als Anleiter. „Das Fundament für mein jetziges Sein im Beruf legte mein FSJ.

Anleitung auf Augenhöhe

In seiner Rolle als Anleiter beschreibt Philipp Rüsche die Zusammenarbeit mit Doreen Möx als offen und wertschätzend. „Ich empfand unsere Anleiter-FSJler-Beziehung von Anfang an als locker und auf Augenhöhe.“ Besonders hebt er Doreens menschlichen Zugang hervor: „Sie wollte erst jeden Menschen im Alltag kennenlernen und sich erst danach mit den Akten beschäftigen – das ist sehr menschlich.

Ihre Entwicklung sei deutlich sichtbar: „Sie wirkt selbstbewusst, ist sicher im Umgang mit den Bewohnerinnen und man kann ihr mit gutem Vertrauen neue Aufgaben übertragen.“ Die anfängliche Zurückhaltung habe sie weitgehend abgelegt und könne nun darauf aufbauen.

Ein FSJ als wertvolle Lebensphase

Auch wenn Doreen Möx ihre berufliche Zukunft derzeit eher im handwerklichen Bereich sieht, zieht sie ein klares Fazit: „Das FSJ ist für mich eine sehr wertvolle Erfahrung. Es hilft mir, meine Stärken besser kennenzulernen und gibt mir Orientierung für meine Zukunft.

Die beiden Perspektiven zeigen eindrücklich, wie ein FSJ wirken kann: Durch engagierte Einsatzstellen, eine wertschätzende Anleitung und die professionelle Begleitung durch INVIA wird es zu einer Zeit intensiver persönlicher und fachlicher Entwicklung – und für manche sogar zum Startpunkt eines ganzen Berufsweges.